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Aktiv im Geschichtsraum - Eremitage des Sokrates im Tal der Philosophen
Was sagt uns Sokrates? Zuhören, bereden, diskursiv denken.

Nicht nur Sokrates hatte seine Eremitage!

Sanierung der Eremitage des Sokrates – Na klar!

Da oben im Bergpark, vom Schloss aus gesehen Mitte links, gibt es eine Hütte, die nennt sich Eremitage des Sokrates. Diese ist ziemlich heruntergekommen. Die „Kleinarchitektur“ soll aufgehübscht werden. Lohnt sich das? Na klar! Es geht mehr als darum, die Eremitage zu restaurieren und zu verschönern. Es ist mehr als sinnvoll, wenn sich der WelterbeVerein zusammen mit dem Geschichtsverein dafür engagiert.
 
Der Bergpark ist wegen Oktogon, Herkules, den barocken Kaskaden und den romantischen Wasserspielen ein touristischer Hotspot – Weltkulturerbe. Wir Kasseler nutzen den Bergpark als Erholungsgebiet. Spazierengehen ist angesagt und warum nicht dabei auch etwas an Erbauung und Bildung denken, sich umschauen und an der Parkgestaltung erfreuen.

Von der Eremitage des Sokrates aus blicken wir in das Tal der Philosophen. Hier ließ Landgraf Friedrich II. um 1775 weitere Eremitagen platzieren. Die „Kleinarchitekturen“ beispielsweise für Paul, Demokrit, Archimedes, Platon sind absichtlich als Hütten errichtet worden. Diese sind nicht mehr vorhanden. Unterhalb der Eremitage des Sokrates können wir heute noch die Pyramide des Cestius und das Grabmal des Virgil sowie die Grotte der Sybille aufsuchen. Diese markieren eine Querachse!
 
Die Hütten von Philosophen und Dichtern konnten
Besucher des Bergparks vor 250 Jahren von der Eremitage aus in den Blick nehmen. Was steckt in diesem Konzept?
 
Sich mit den antiken Denkern befassen und sich gedanklich öffnen, ebenso gegenüber fremden Kulturen. Ganz in der Nähe, im Blick von der Eremitage des Sokrates aus Richtung Süden, stand einmal eine Moschee, nahe an der Fasanerie. Wir gehen weiter, die gelb angestrichenen Häuser des Mulang-Dorfes leuchten uns entgegen. Die chinoise gestalteten Dächer und die kleine Pagode mit den Drachen-Verzierungen sollen unsere Gedanken-Welt aufschließen und auffordern, die fernöstlichen Kulturen zu verstehen. China-Porzellan-Sammlungen und Pagoden in den Parks waren im 18. Jahrhundert in Europa sehr in Mode.
 
Die Philosophen hatten ein Haus, an dem man vorbeigehen, vor dem man sich hinsetzen konnte. Diese Idee passt doch bestens in unsere Zeit:
Spazierengehen und  einmal bei Sokrates vorbeischauen. Dieser trat im antiken Griechenland dafür ein, über Weltsichten neu nachzudenken, einander zuzuhören und nachzufragen. Wissenschaftlich ausgedrückt meint das, sich im strukturierten Dialog unterhalten und im diskursiven Denken Lösungen für Probleme entwickeln. 

Der Bergpark lädt uns mit der Eremitage dazu ein, zur Besinnung zu kommen. Im Projekt untersuchen wir das Konzept, das sich hinter dem Tal der Philosophen versteckt. Lässt sich das mit Aktionen im Park, also kleinen Events erschließen? Na klar!


> Eremitagen im Plan von Bosse 1776 und auf Tischbein-Gemälden

> Vorstellung der Projektidee am Welt-Erbe-Tag 2026
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