Nationalismus und Antisemitismus im Alpenverein
Jüdisches Leben in Nordhessen

Der Kasseler Lehrer und Alpinist Dr. Otto Hess


Vortrag von Andreas Skorka, DAV Kassel

Do. 19.03.2026 / 18:00 - 20:00 Uhr, VHS, Großer Saal
Wilhelmshöher Allee 19-21
Kooperation mit der Volkshochschule Region Kassel

Eintritt frei

Im Vortrag wird die Lebensgeschichte des Kasseler Lehrers Dr. Otto Hess rekonstruiert und sein Werdegang vom Schulbesuch, über das Studium, die Militärzeit im Ersten Weltkrieg und seine Tätigkeit an der Kasseler Oberrealschule II – dem heutigen Goethegymnasium – bis zu seiner Zwangspensionierung im Jahr 1935 beschrieben. Otto Hess war ein angesehenes Mitglied der Kasseler Bürgerschaft, in unterschiedlichen Zusammenhängen und Gremien, insbesondere in der jüdischen Selbstverwaltung, aktiv und im Hüttenausschuss der Sektion Kassel des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins engagiert.
 
Seine Biografie bietet nicht nur Nahaufnahmen der Kasseler Gesellschaft im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, sondern auch außergewöhnliches Anschauungsmaterial zum immer manifester werdenden Antisemitismus in jener Zeit. 

Eine Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule Region Kassel mit der Sektion Kassel des Deutschen Alpenvereins und dem Verein für hessische Geschichte und Landeskunde – Zweigverein Kassel.

Vortrag von Andreas Skorka 

27. Februar 2025, 19 Uhr, VHS, Großer Saal
Wilhelmshöher Allee 19-21

Kooperation mit der Volkshochschule Region Kassel

Aus dem Programmheft Frühjahr/Sommer 2025
Nationalismus, Antisemitismus, Alpinismus.
Eine andere Geschichte des Alpenvereins


Die Alpenvereine aus Deutschland und Österreich schlossen sich 1873/74 zusammen und verstanden sich als Vertreter einer großdeutschen politischen Lösung. Insbesondere die Vertreter der österreichischen Sektionen betonten ihr Deutschtum. Nachdem Deutschland als Folge des 1. Weltkriegs Teile des Staatsgebiets verloren hatte und Österreich Südtirol - ein beliebtes alpinistisches Betätigungsfeld - an Italien abtreten musste, steigerte sich der Nationalismus noch einmal. Damit einher ging ein Antisemitismus, der schon Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Sektionen zur Nichtaufnahme von jüdischen Menschen geführt hatte. Besonders deutlich wurde die antisemitische Haltung bei den Auseinandersetzungen um den Ausschluss der 1921 von jüdischen und liberalen Bergsteigern gegründeten Wiener Sektion „Donauland“ aus dem Verein.

 

Im Vortrag werden Originalquellen präsentiert und auch die Frage erörtert, wie sich die Sektion Kassel des Alpenvereins zu diesen Ereignissen positioniert hat.

 

In Kooperation mit der Sektion Kassel des Deutschen Alpenvereins und dem Geschichtsverein Kassel.

Abb. 1.: Zeitungsausriss mit Meldung über Hakenkreuze an der Radstädter Hütte, mit handschriftlichem Kommentar eines Hauptausschuss-Mitglieds des Alpenvereins. Österreichischer Alpenverein, Archiv und Museum

Antisemitismus im Deutschen Alpenverein

Radstädter Hütte auf dem Rossbrand, Ostalpen, Salzburger Land
Nationalismus und Antisemitismus