7. November 1938 - Ein Testfall?

Kassel war die Stadt der Reichskriegertage, und nicht zufällig wurde hier am 7. November 1938 ein "Testfall" provoziert, der die Pogrome vom 9. November und die Deportationen ab 1941 vorwegnahm. Sollte die allgemeine Stimmungslage, sollten vielleicht zu erwartende Reaktionen auf Verfolgung, Misshandlung, Verhaftungen, Abtransporte und auf systematische Deportationen vorab eingeschätzt werden?
Ob es ein initiierter "Testfall" war, lässt sich nicht abgesichert nachweisen.


Material wie Telefon-Notizen und Besprechungsprotokolle legen diese Einschätzung aber durchaus nahe.

Für Schulklassen bietet es sich an, die Bearbeitung dieser Fragestellungen mit der Erkundung des Kunstwerkes von Horst Hoheisel im Kasseler Hauptbahnhof zu beginnen:
"Gleis 13/14 - Gedächtnis der Gleise".

Ich betrachte die "Testfall" These im Kontext von Untersuchungen über die Reichskriegertage in Kassel. Wie war die Kasseler Bevölkerung einbezogen? War es eine Vereinnahmung, ein Zwang zum Mitmachen und Jubeln vom Straßenrand aus? Und lässt sich genauer herausarbeiten, wie die Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger  1941 vom Kasseler Hauptbahnhof aus in der Bevölkerung aufgenommen wurde?

Zu den oben genannten Aspek
ten bieten wir  Quellenmaterial und Hintergrundinformationen an, zudem halten wir konkrete Vorschläge und Ideen für Projekte in Schulen, mit Jugendgruppen, für einen Workshop bereit.

Ein Materialüberblick --- in Arbeit

Jürgen Fischer, j.fischer@geschichtsvereinkassel.de