Postkarten sammeln und untersuchen

Erste auf Postkarten gedruckte Bilder sind Lithografien. Neue Drucktechniken erlauben es ab den 1880er Jahren Kupfer- und Stahlstiche in hoher Auflage zu reproduzieren, ab 1900 sind es vermehrt dann auch Fotos, zunächst Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Diese werden oft nachkoloriert und abfotografiert, um sie, mehrfach auf große Druckbögen projiziert, zu vervielfältigen. Ab ca. 1910 erlauben neue Verfahren, echte Farbfotos als Drucke auf Postkarten herauszubringen.
Bereits im Jahr 1890 werden fast 100000 Postkarten hergestellt. Die Verkaufszahlen und die Druckauflagen sind kaum abgesichert zu ermitteln. Aber, 1905 versendet die Reichspost jährlich circa 500 Millionen Karten.

Die Ansichtsseite ist frei gestaltbar. Die Adress-Seite mit den postalischen Angaben enthält hoheitliche Angaben: Anschrift, Briefmarke, Stempel. Auf der Frankierung, also die Briefmarke und der Eingangsstempel, sind Jahr, Monat und Tag sowie der Abgabeort amtlich bestätigt. Auf dem Zustellstempel links unten sind Tag und Uhrzeit der Abgabe vermerkt. Das Abstempeln hat den Charakter einer Beurkundung.
Ab 1900 ist der Bereich rechts unten als Adressfeld (Anschrift) vorgeschrieben. Das Notieren einer Absender-Anschrift ist nicht vorgeschrieben, im Gegensatz zu einer verschlossen versendeten Mitteilung in Briefform. Hier muss der Absender sichtbar angegeben sein.

Welche historischen Einblicke und Auskünfte können uns Postkarten vermitteln?
Eine kleine Reise in die Zeit um 1900 - Vier Beispiele:
Postkarten speichern historische Stadtbilder, sie sind Teil des Gedächtnisses einer Stadt.
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Eine schöne Serie von vier Postkarten aus dem Jahr 1900 - Fotokunst und Kartenkunst.
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