Stadtbilder - Rundgänge und Impressionen

Stadtbilder -  Ach ja, was war Kassel früher so schön!
Aber Vorsicht, diese Diktion mit der Verbindung von Ach und früher kann den Blick auf das tatsächlich schöne alte Kassel verengen und den Blick auf heute verkürzen. 

Richtig, laut Reiseführern aus der Zeit um 1900 war Kassel eine der schönsten Städte Deutschlands. Das zeigen zahlreiche Ansichten auf Postkarten und vor allem die umfangreiche Foto-Dokumentation im Atlasband: Holtmeyer, Alois: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel, Band 6: Kreis Cassel-Stadt, Marburg 1923. Das darin dokumentierte schöne alte Kassel würdigen wir gern.
Zugleich, Kassel ist mit zahlreichen Stadtbildern heute erneut wieder schön geworden. Wir müssen nur genau hinschauen, auf alte und neue Stadtbilder. Auch das verbinden wir mit dem Anspruch "historisch Denken".
Ein Beispiel.

Das Gebäude ist nicht ausgebombt worden. Es ist in seiner Pracht heute kaum zu erkennen. Die Stadt sollte es anfkaufen und restaurieren. Das würde den Martinsplatz und die Martinskirche historisch aufwerten.
Für uns bedeutet Stadtbild-Forschung, das Gebäude  historisch einzuordnen. Welche Zeit, welcher Baustil, der Bauherr und Architekt, der Standort, wer hat es bewohnt, die Umbauten und Umwidmungen. Der Standort heute, vor dem Krieg, im Laufe der Zeit. Das Gebäude im Stadtplan...

Das hat Christian Presche, der beste Kenner der Stadt-Architektur-Geschichte ausgeführt.
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Die in Sozialen Medien wie Instagram und Facebook eingestellten Ansichten auf Postkarten und Fotos sind ein erster Einstieg. Das regt Betrachter und Nutzer an, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen.
Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Enge der Altstadt und die schmalen Straßen zum Stadtbild dazu gehören. Postkarten-Ansichten und für Dokumentationen hergestellte Fotos zeigen Fachwerkhäuser oft geschönt. Der Sanierungsbedarf von Häuserzeilen und Hinterhof-Bauten ist wenig oder gar nicht erkennbar, ebenso die Enge der Straßen und Gassen sowie die noch in den 1920er und 1930er Jahren schlechten sanitären Bedingungen. Für den Großteil der in der Altstadt lebenden Einwohner war die Lebens- und Wohnsituation bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts unwürdig. Sanierungsmaßnahmen wie der Freiheiter Durchbruch wurden vor 1930 geplant und dann 1933 bis 1936 umgesetzt und als Initiative der Nationalsozialisten ausgegeben. Wie sich das Stadtbild verändert hat zeigt ein Kapitel in der Website www.kasselerkunden.de, hier der
Link.

Unter heutigen Anforderungen an ÖPNV und Straßenverkehr müsste die Altstadt nur für Versorger und Anlieger offen sein. Auch eine Form der autofreien Stadt. 

Sehr schöne und bedeutende Gebäude sind in der Bombennacht 1943 zerstört worden. Zahlreiche nur teilzerstörte, eindrucksvolle Gebäude wurden nicht wieder aufgebaut. Ein großer Fehler in der Stadtplanung bis in die 1970er Jahre!
Aber zugleich, der Neuaufbau Kassels ist beachtenswert. Heute können wir mehrere herausragende Stadtbilder aufsuchen, beispielsweise:

> Die 1950er Jahre Architektur rings um die Treppenstraße und in Quartierabschnitten im Vorderen Westen.
> Die historische Linie Mittelalter, Renaissance, Barock (Renthof bis Bellevue).
> Das wieder erkennbare Friedrichsplatzkonzept aus dem 18. Jahrhundert,
> Der Boulevard Ständeplatz im Mix von Gebäuden aus zwei Jahrhunderten.
> Der Vordere Westen mit restaurierten Bürgerhäusern, dem Boulevard Goethestraße.
> Die Neue Altstadt am Pferdemarkt, am Steinweg, am Entenanger.
> Der Brüder-Grimmplatz als drittes Herzstück der modernen Stadt mit historischem Gebäude-Ensemble - wenn die Umgestaltung gelingt.

Wir müssen nur hingehen sowie genau und in der Umschau hinsehen.

Dazu wollen unsere
Impressionen anregen! Mit Fotostrecken und als Angebot mit Bild-Betrachtung und historischen Einordnungen.
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Unsere
Rundgänge sind Führungen, Erkundungen, Spaziergänge zum genauen Hinschauen. Materialstücke regen zum Nachlesen an, digital (QR-Code, Website) oder traditionell als Flyer ausgegeben.
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Ein Geschichtsverein ist auch dazu da, Fragen an die Geschichte zu stellen, Fragen vorzuschlagen. Wir bieten Antworten an, suchen danach, indem wir Stadtbilder
erkunden und entkunden. Das ist eine eigenwillige Kopplung von "er" und "ent". Schauen Sie mal nach, lassen Sie sich anregen durch einen Ausflug in die Website www.kasselerkunden.de, Kapitel Stadtbilder.

Unsere Angebote und Ideen sind im Zusammenhang mit historischen Forschungen entstanden. Wir wollen an der Diskussion um das aktuelle und künftige Stadt
bild Kassels teilnehmen.

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