Impressionen an einem sonnigen Tag im Januar 2026
Kassel hat viel zu bieten! Geschichte an
Orten im Mix von alt, mittelalt und neu.
Viel Vergnügen beim zweiten Hinschauen!
Fotos © Klaus Petersen, Jürgen Fischer
Interesse an einer weiteren Bildstrecke?
Im Oktogon

Wie viele Schwäne sind es?
Das Große Bassin in der Karlsaue ist fast zugefroren. Hier am Rand hin zur Hauptachse verzögert ein Abfluss, dass sich die Eisdecke schließt.
Das Bassin ist kein Teich, sondern eine eingefasste Wasserfläche aus der Barockzeit (um 1700). Ist beim Spazierengehen schon einmalaufgefallen, dass die Form des Bassins ungefähr der Form der Gesamt-Anlage des Parks entspricht? Unter Friedrich II. begannen (ab den 1770er Jahren) erste Umgestaltungen der Karls-Aue hin zu einem Landschaftsgarten, der die Geometrie der Achsen und Gräben bewahrt.
Genial gelöst!

Das
Palais Bellevue
mit "Remise" und Garten
wird 1714 errichtet. Aktuell, 2024 wird die Anlage umfassend restauriert. Es ist jetzt Städtisches Kulturhaus.
Rechts, angeschnitten, die Neue Galerie, 1877 als angemessener, neuer Ort für die Alten Meister eingeweiht. Für diese herausragende Sammlung lässt Landgraf Wilhelm VIII. 1752 die "alte" Gemäldegalerie errichten.
Diese stand (auf das Foto bezogen) hinter dem Palais Bellevue und war Teil des Schlosses Bellevue. Die Gründung der Kunstakademie daneben erfolgte 1777 durch Friedrich II.. Dieser Standort unterstreicht die Bedeutungszuweisung der Sammlungen, der Kunstförderung und Kunst-Lehre über Hessen-Kassel hinaus.
In der Jérôme-Zeit (1807 - 1813) wurde die für die Ausstellung von Gemälden konzipierte Galerie für Wohnzwecke zweckentfremdet und umgebaut. Wohin dann nach der Flucht Jérômes mit den bedeutenden Sammlungen? Ein Teil wurde im Palais Bellevue ausgestellt, die Münzen und das chinesische Porzellan.
Das Gerichtsgebäude (Amts- und Landgericht) auf dem Foto links hinter dem Palais Bellevue wurde 1962 eingeweiht, zwischen 1996 und 2004 erfolgten Restaurierung und Erweiterungen, die Gerichtssäle, auf dem Foto rechts hinten, kamen hinzu.
Alle Gerichtsgebäude stehen auf dem Gelände des
Bellevue-Schlosses, das 1943 vollständig zerstört wurde.

Die
Eremitage des Sokrates
ist eine von mehreren Kleinarchitekturen aus der Zeit von Landgraf Friedrich II. (regiert 1760 - 1785). Besonders dieses Gebäude kennzeichnet die philosophische Phase in der Geschichte des Bergparks. Von der Eremitage schauen wir noch heute in das "Tal der Philosophen".
Ein Waldgebiet trennt bis dahin Oktogon, Herkules und barocke Kaskaden vom Weissenstein-Plateau mit Lustschloss und Parterre ab.
Zwischen 1770 und 1785 lässt Friedrich diesen Zwischenraum neu denken, festgehalten in Prospekten und Gemälden Tischbeins: Wie lassen sich Statuen, bemalte Holztafeln, Schneckenberge und Kleinarchitekturen in die zu verändernde Parkgestaltung einbeziehen.
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Friedrichs Anliegen, durch Skulpturen und kleine Gebäude wie die Pyramide des Cestius oder das Grabmal des Virgil sowie mehrere Eremitagen (Paul, Demokrit... ) an die antike Philosophie und Mythologie anzuknüpfen, kommt bei seinem Sohn, Landgraf Wilhelm IX, überhaupt nicht gut an, in seinen Memoiren kritisiert er dieses "Sammelsurium von Holzstaffagen und schlechten Statuen".
Es mag sein, dass zahlreiche Tafeln, einige Hütten und Gipsfiguren für die Aufstellung im Freien, am Hang des Bergparks ungeeignet sind.
Mode der Zeit
- Offen (?) gegenüber anderen Religionen
- Dörfchen Mode - Arkadien, Rückzug - Hameau, Heim, Home - Weiler,
- Hütten, Eremitage, Einsiedelei
Sokrates und die Eremitage und insgesamt die Hütten-Metapher so aktuell !!
Das Tal der Philosophen und besonders die Eremitage des Sokrates Die Mittelachse entsteht, das Plateau hin zum Berghang wird erweitert, ein Fontänenteich entsteht, in der Mitte auf einer Insel ... eine Herkulesskulptur die Pyramide des Cestius, die Pyramide des Virgil umgeformt
Tal der Philosophen

Sichtachse, Tholos, Fontänenteich
Wir schauen hoch zu den barocken Kaskaden und dem Herkules-Monument, initiiert von Landgraf Karl, um 1700. Die Haupt-Sichtachse lenkt den Blick, insbesondere den Spaziergänger-Blick von der Fontäne hoch zum Herkules. Karls Enkel Landgraf Friedrich II. veranlasst circa 1775 das Freilegen einer Schneise, um die Installation der Großen Fontäne hier unten im eigenen Bassin
in Szene zu setzen und den Blick auf den Herkules auszurichten.
Auf dem Foto abgebildet ist aber ein Teich!
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Die Umformung zum Landschaftsgarten verlangt das Anlegen einer nicht eingefassten Wasserfläche. Das ist der Fontänenteich (um 1790).
Den Fontänen-Kopf aus der Zeit Friedrichs versetzt Gartenbaudirektor Jussow etwas nach rechts. Der Apollon-Tempel (um 1790) betont ebenso das aus der Mitte Rücken. So kommt die neue Sichtachse in den Blick. Wir schauen hoch, rechts neben dem Tholos folgen wir den Peneus-Kaskaden, erfassen den Aquädukt und dahinter den Merkur-Tempel. Heute verdecken zwei große Bäume hinter dem Aquädukt den Zielpunkt dieser beeindruckenden Achse. Schade!
Was sind die Peneus-Kaskaden? Das sind die Wassertreppen zwischen Aquädukt und Fontänenteich.

Die

Etwas gemogelt, denn es ist ein Foto an einem Januartag 2017
Die Plutogrotte ...


